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In Schwung



Die Tage waren lang, sehr lang. Jeden Tag düsten wir mit unserem Motorboot von unserer Wohnung Richtung Hafen und bereiteten unser Schiff vor, meist hatte es wenig Wind und wir mussten entweder an Land oder auf dem Wasser lange auf eine Möglichkeit zum Segeln warten. Meist erst spät abends kamen wir nach Hause, dann hiess es Debriefing, Abendessen und dann bereits wieder Energie sammeln für den nächsten Tag. Das ist auch der Grund, weshalb der Blog diese Woche ein paarmal ausblieb.

 

Nachdem wir am Donnerstag keine Rennen segeln konnten, segelten wir am Freitag nur zwei statt drei, dies bedeutet das die Regatta mit einem Rennen weniger als geplant zu Ende gehen wird. Am Freitag segelten wir zwei Rennen bei 3-5kn Wind, was absolut unterstes Limit für eine Regatta ist. Ich denke und hoffe, dass wir an den Olympischen Spielen nicht bei solchen Bedingungen segeln werden. Wir hatten einen soliden Tag und konnten uns in der Rangliste etwas hochangeln, die Nerven waren in diesem Zeitlupen Rennen jedoch stark strapaziert.

 

Gestern segelten wir drei Rennen bei 5-8kn Wind. Wir hatten einen fantastischen Tag. Kamen mit der aufkommenden Strömung gut zurecht. Es gab viele Boote, die an den Bojen hängengeblieben sind. Die Starts waren gut, wir benutzten einige Transitpunkte an Land, um die Distanz zur Linie abzuschätzen. Unsere Strategischen Entscheidungen gingen auf und wir fanden meist etwas mehr Wind als die anderen Boote und konnten uns in jedem Rennen unter die ersten zehn Boote setzten und dann aufholen.

 

Jetzt kommt der Punkt, Im letzten Rennen haben wir einen vierten Rang er segelt. Wir blieben am Start mit den Amerikanern hängen, was es uns verunmöglichte unseren Platz zu halten und wir trieben immer näher zur Linie. Scheinbar über die Line… Wir kassierten einen UFD, als einziges Boot. Das ist ärgerlich, wenn man nichts dagegen tun kann und dann erst noch einen schlechten Start hat und nicht wegkommt. Laut unseren Berechnungen hätte dies mit dem neunten Zwischenrang den Einzug ins Medalrace bedeutet.

 

Mit dem UFD beenden wir die Regatta auf dem 14. Rang. Wir nehmen neue Erkenntnisse mit und vor allem selbstbewusst sein, dass wir zum Top Feld dazu gehören. Die wichtigste Regatta diesen Sommer steht noch vor der Tür, wir lösen dann das Quäntchen Glück lieber dann ein (-;



 


Diese Woche hat uns eine traurige Geschichte sehr beschäftigt, und zwar eine, die uns die bittere Realität eines Krieges vor Augen führt. Das ukrainische Team vor Ort kam während der Regatta zu uns, sie suchen eine bleibe in Europa! Muss der Steuermann zurück, muss er in den Krieg, obwohl man als Student unter 25 noch geschützt davon wäre. Misha ist 22 und Polina erst 16! Die Familie Mermod hat kurzerhand eine Bleibe für die beiden angeboten. Bald werdet ihr sie auf dem Thunersee antreffen. Im Moment sind sie auf der Suche nach Arbeit, wenn jemand von euch eine Idee hat, dürft ihr euch gerne bei uns melden.

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