SM Fireball
- Maja

- 12. Juni
- 2 Min. Lesezeit
Mit Auto und Anhänger bepackt begaben wir uns letzten Montag auf eine Mission. Es galt Tituma aus ihrem langen Schlaf seit der Weltmeisterschaft letztes Jahr aufzuwecken und nach Thun zu bringen. Eine Schweizermeisterschaft in der Fireballklasse am See, das können wir uns nicht entgehen lassen.
Am Mittwoch trafen die ersten Teams ein und ich drehte nervöse Runden im Club. Ich stellte fest, dass ich gar kein Trapezgurt mehr zu Hause hatte. Zwei in Santander bei Almira und einer bei Berna auf dem Weg nach Japan. Ich stellte das Clubhaus auf dem Kopf und konnte nicht genau finden, was ich mir vorstellte und düste schlussendlich mit dem Motorboot in die Segelschule, weil ich mir freundlicherweise das Trapez von Cyril ausleihen konnte.
Wir schafften es zusammen mit Laura und Tobi eine kurze Runde auf dem See zu drehen. Das Timing war perfekt! Die dunkelgraue Regenwolke brachte uns 12-15kn Wind, wir setzten den Spi und heizten Richtung Spiez los. Es war genau dieses Gefühl, dieses Gerüsch, welches man im Vollgleiter auf diesem Boot erleben darf, weshalb wir wieder auf dem Fireball segeln wollten. Die Freude am Schiff war direkt wiederbelebt.
Am Donnerstag starteten wir ins erste Rennen und als extra handycap verloren wir 20 Sekunden vor dem Start die Pinnenverlängerung. Yves wurde kreativ und benutze seinen Fuss zum Steuern, das ging ja zu Beginn irgendwie, aber wenn ich mir vorstellte, dass wir damit einen Halbwind segeln sollten … sah ich das jetzt nicht wahnsinnig praktisch und schnell. Es kam mir die Idee, die Pinne mit einer Schnur zu befestigen, der Wind nahm etwas ab und Yves konnte sich hinten ins Schiff setzen und die Notdürftige Reparatur ausführen. Es klappte und wir begaben uns auf die Aufholjagd und konnten den Schaden bis zur ersten Luv-Boje in Grenzen halten.
Heute wurden wir früh aufs Wasser geschickt, hektisch erreichten wir die Startlinie und segelten das erste Rennen, doch es wurde mangels Wind abgebrochen. Yves und ich träumten von einem Capuccino, versuchten den TYC anzusteuern und entschieden uns dann für die Segelschule. Es war ein wahnsinnig guter Schluck Kaffee. Danach ging es weiter mit stabilem Oberwind, bei welchem wir vier Rennen segeln konnten. Der Wind war leicht und wir vermissten doch sehr dieses Gefühl vom Gleiten, wir hoffen morgen doch auf etwas mehr Geschwindigkeit und Spritzwasser in unserem Gesicht. Das Hungerloch in unserem Bauch wurde immer grösser und wir waren froh wieder an Land zurück zu kehren.
Es ist schön, dass wir hier auf unserem Heimatsee regatieren dürfen. Für uns ist es ein besonderes Gefühl einmal im eigenen Bett zu schlafen und am Morgen mit dem Fahrrad in den Club zu fahren. Die Rennen lagen uns taktisch gut und wir freuen uns, dass wir die gesegelten Rennen für uns entscheiden konnten.




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