Japan
- Maja

- vor 11 Minuten
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Aufgeregt starteten wir die lange Reise nach Japan. Bis zum Flughafen Zürich reisten wir zusammen mit Josh und Nilo den 49er Seglern von unserem Club. In der Business Lounge, bei der wir dank Swiss Olympic und der kooperation mit Swiss zutritt haben, trafen wir dann auch noch auf Seb und Arnaud, den 49er Seglern aus Genf. Was für ein Zufall, sie hatten das Gate gleich neben uns und flogen 5 Minuten nach uns in die komplett andere Richtung ab, nach Los Angeles.
Kaum ein paar Minuten in der Luft, krümmte sich mein Sitznachbar. Als er dann zur Kotztüte griff, kriegte ich panik. Yves und ich schnellten aus unseren Sitzen und machten den Weg frei, doch er blieb sitzen. Nach einer Weile setzen wir uns wieder zu ihm hin. Mein Puls war auf 180 und ich war total angespannt. Die Flugbegleiterin war erstaunt, dass er nichts essen wollte. Yves erzählte ihr, was passiert war. Doch er wollte bleiben, wo er war. Er wurde mit Medis und Saft versorgt, welches dann postwendend wieder raus musste. Für mich war dass dann der Moment, wo ich mich einfach in eine andere Ecke vom Flugzeug hinstellte. Mit den Augen scannte ich schon das Flugzeug nach einem anderen geeigneten Sitzplatz ab. Der Mann wurde dann zum Glück aus unserer Reihe weggeschickt. Wir hatten nun eine Reihe für uns. Doch so ganz fand ich die Entspannung nicht wieder, sodass ich kaum schlafen konnte.
In Tokyo angekommen, lag ein ganzer Tag vor uns, an dem wir besser nicht einschlafen sollten, um den Jetlag möglichst gut zu überstehen. Wir begaben uns mit dem Zug auf die Reise nach Ensohima. Das dauerte etwas zweieinhalb Stunden, bei denen ich richtig kämpfte, dass meine Augen offenblieben. Bei der Ankunft schlug uns erstmal eine enorme Hitze entgegen, wir machten uns gleich auf den Weg fürs erste Mittagessen in Japan. Später gingen wir im Meer schwimmen und spielten etwas Fresbee am Strand, sodass wir am Abend genügend müde ins Bett fallen konnten.
Am zweiten Tag nahmen wir Berna in empfang, sie hat den Transport schadenfrei überstanden. Am Bug vorne kann man einen kleinen Abdruck einer Schot sehen, aber keine Haarrisse, ist schon unglaublich wie heiss es da drinn wird und das Material weich wird. Da unsere Coaches noch kein Motorboot hatten, drehten wir erstmal eine Runde für uns alleine.
Nach den ersten beiden Nächten wechselten wir unser Appartment, da wir leider keines für die ganze Zeitspanne gefunden hatten. Der Umzug zog sich dahin, schlussendlich sind wir mit dem schweren Gepäck wohl so 45 Minuten draussen in der Sonne unter der extremen Hitze gelaufen. Mich hat das komplett geknickt, ich war am Abend voll durch und neben den Schuhen, es war einfach zu viel. Wir teilen uns die Unterkunft mit dem deutschen Team Malte und Bente, was für richtig viel Abwechslung sorgt.
Die Themperatur draussen ist gar nicht so hoch, ich würde sagen maximal 35 Grad, doch die Luftfeuchtikeit über 70% macht es unglaublich schwühl. Wir sind froh, haben wir mehrere Westen von Inuteq mitgebacht, die uns rund ums Schiff kühler halten. Der Hafen mit dem Betonboden, staut die Hitze richtig schön an. Wir befinden uns übrigens im selben Hafen, in dem 1964 und 2021 die Olympischen Spiele stattgefunden haben. Was für schöne Erinnerungen ich mit diesem Ort verknüfte, wie zum Beispiel der Sieg im Medalrace der Frauen.
Die letzten Tage ist im Süden von Japan ein Taifun durchgezogen, dieser hat uns ein paar mal Regen gebracht in der Nacht, aber auch die Sicht auf den Mont Fuji, die einfach immer wieder magisch ist. Der Taifun hat uns auch eine eindrückliche Welle geschickt. Während wir hier bei leicht bis mittleren Wind segeln, haben wir eine enorme Dühnung, die unter uns durchrollt und an der Hafenmauer ein fasetten reiches Spektakel bietet. Fast ein bisschen hypnotisch, könnte man da stundenlang zuschauen.
Unsere neuen Segel für die Weltmeisterschaft, die übrigens in Japan hergestellt werden, wurden uns direkt zu unserem Schiff geliefert. Unser ältester Satz, wollten wir hier einem Team überlassen. Der Hafen, also der Trockenplatz, ist riesig und zu 80% mit 470er gefüllt. Wir sahen uns nach einem Team um, welches uralte Segel setzte, welche nicht mal mehr ein Geräusch von sich gaben. Überall wimmelt es von University Seglern und wir gingen auf ein Team zu und fragten sie, ob sie interesse hätte. Ihre Augen strahlten und plötzlich hatten wir 15 Japaner um uns rum. Sie freuten sich riesig! Was für eine Szenerie, wir haben jetzt neue Fans vom University Sport in Japan. Als dankeschön schenkten sie uns eine Tüte mit vielen kleinen Sachen zum Essen.
Ich glaube man kann es zwischen den Zeilen rauslesen, wir haben uns gut eingelebt, aklimatisiert und fühlen uns wohl. Wir geniessen die Zeit hier und freuen uns auf die kommende Weltmeisterschaft, an die wir euch auf unserem Blog mitnehmen werden. Am Mittwoch 12. August starten wir ins erste Rennen.















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